Vor 36 Jahren taten sich einige Brass Band Freunde zusammen, um die anspruchsvolle Literatur und den besonderen Stil dieser Blasmusikrichtung zu pflegen. So wurde 1974 die Brass Band Aargau als regionale Formation gegründet.Mit dem Beitritt zum Aargauischen Kantonalen Musikverband musste der Name 1975 in Brass Band Imperial Lenzburg geändert werden.
Die oberste Zielsetzung bei der Gründung war es, einen Rahmen zu schaffen, in welchem Brass Band Literatur höheren Niveaus gespielt werden konnte. Das Musizieren in der BBI sollte für die Bläserin und den Bläser eine Herausforderung sein. Durch den persönlichen Einsatz und die anspruchsvollen Stückwahl sollte der musikalische Horizont eines jeden erweitert werden. Bis heute hat sich an diesem Anspruch nichts geändert, er hat sich höchstens noch ein wenig erweitert. Heute sieht sich die BBI auch als eine Formation, welche jungen Talenten durch die professionelle Leitung der Band eine gute Möglichkeit zur Weiterbildung und musikalischen Entwicklung bietet.
Zu Beginn bestand die BBI aus Mitgliedern der Region Aarau und angrenzenden Gebieten. Fast alle spielten jedoch auch noch in einem lokalen Verein mit oder leiteten einen solchen gar selber. Dies ist bis heute nicht anders geworden. Den höheren Anforderungen entsprechend tragen die BBI-Mitglieder damit Wesentliches zur Leistungssteigerung ihrer Stammvereine bei. Nachwuchsbläser stammten meist aus den befreundeten Musikgesellschaften der Region, oder wurden von den Mitgliedern, die sich zusätzlich als Lehrer an den Musikschulen betätigen zum Mitmachen angeregt. Jungen Leuten, die zur BBI kamen, wurde Gelegenheit gegeben, sich zu entwickeln, zu profilieren und zu entfalten.
Die BBI hatte damals fast das gleiche Finanzierungsverfahren wie heute. Der Mietgliederbeitrag betrug 360.- Fr. pro Jahr, dieser wurde jedoch monatlich bezahlt. Seit 1980 besteht auch die Gönnervereinigung, welche 30.- Fr./Jahr für einen
Gönner kostet. Zur Finanzierung gehörten auch Konzerte und Engagements, die Produktion und der Verkauf von Tonträgern. Instrumente und Notenständer waren Eigentum der Bläser. Bis 1986 wurden sogar die Uniformen durch die Mitglieder finanziert.
Die Organisationsstruktur bestand aus einem fünfköpfigen Vorstand und einer Musikkommission (Muko). Der Vorstand war verantwortlich für die Vereinsgeschäfte (Präsident/Sekretär in Doppelfunktion, Aktuar, Kassier, Materialverwalter, Personalfragen). Die Musikkommission betreute die musikalischen Fragen, Besetzungsfragen, Programm- und Probenplanung.
Ein wichtiger Bestandteil im Jahresprogramm der BBI war das Pfingstkonzert. Später kam das Neujahrkonzert dazu, welches bis heute erhalten geblieben ist. Engagements aller Art, Gemeinschftskonzerte (auch mit Chören) und Wohltätigkeitskonzerte rundeten das Tätigkeitsprogramm ab. Höhepunkt in diesem Bereich waren die
drei Konzerte mit dem Chor Aargauer Lerche der Engadiner Kantorei, bei
welchen zum 10-jährigen Jubiläum der BBI im Jahre 1984 das für die BBI komponierte Werk für Chor und Brass Band, "De
Profundis", von Paul Huber zur Aufführung gelangte. Zu erwähnen ist auch die Teilnahme an den Festlichen Musiktagen in Uster 1985. Unter der aktuellen musikalischen Leitung des Dirigenten und Komponisten Christian Siegmann entstand eine weitere kirchenmusikalische Originalkomposition für Brass Band, Chor, Solisten und Orchester, welche im Rahmen von vier Kirchenkonzerten im Frühjahr 2009 zur Aufführung gelangt.
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| Die BBI vor der Royal Albert Hall 1982 |
Seit ihrer Gründung hat sich die BBI immer wieder der Herausforderung von Wettspielen gestellt. Auf kantonaler Ebene
nahm sie an diversen Musiktagen teil, ebenso an den Eidgenössischen Musikfesten. Den grössten Erfolg an nationalen Brass Band Wettbewerben hatte die
BBI 1979 in Zürich, als sie den Schweizermeistertitel in der 1. Klasse holte. 1981 erreichte die
BBI am Eidg. Musikfest in Lausanne den Sieg in der Höchstklasse. Dieses Sieger-Resultat brachte der
BBI eine Einladung zur Teilnahme am Europäischen Brass Band Wettbewerb 1982 in der Royal Albert Hall, London, wohl
einer der ganz grossen Höhepunkte in der Geschichte der
BBI. Im Jahre 2001 gelangen weitere Erfolge.
So wurde die BBI am Eidgenössischen Musikfest in
Fribourg Tagessieger und fünfte im Gesamtklassement der 1. Stärkeklasse. 2006
beendete die Band das Eidgenössische in Luzern auf dem hervorragenden 2. Platz.
Auch am
Schweizerischen Brass Band Wettbewerb in Montreux erzielte sie schon den 2. Platz.
1990 entschloss sich die BBI, statt selber immer
nur an anderen Wettbewerben teilzunehmen, könne man ja auch selber einen
durchführen, und zwar einen Solowettbewerb für Nachwuchstalente. So wurde der
Swiss Slow Melody Contest ins Leben gerufen. Anders als bei den meisten
Solowettbewerben wird hier, wie es der Name schon andeutet, besonderer Wert auf
die musikalische Ausdrucksweise und die Fähigkeit, auch langsame Stücke
ausdrucksstark vorzutragen, gelegt. Technische Meisterleistungen und
atemberaubende Virtuosen sind hier weniger gefragt als ein gutes
Einfühlungsvermögen und eine stimmige Interpretation. Nachdem dieses Konzept
in die verschiedensten Regionen der Schweiz "kopiert" wurde,
schrumpfte die Teilnehmerzahl Jahr für Jahr zusammen. Nach 17 Austragungen
wurde der Swiss Slow Melody Contest im September 2006 zum letzten Mal in
Lenzburg durchgeführt.
Nach dem Erfolg am Eidg. Musikfest 1981 in Lausanne lancierte die BBI ihren ersten Tonträger. Der Zweite entstand 1984 und ein dritter 1991. Daneben hatte die
BBI auch an der Gemeinschafts-Produktion 100 Jahre
Aarg. Musikverein im Jahre 1986 mitgewirkt.